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MUAMMAR AL-GADAFFI

Geboren: 1942 (Daten bzgl. seines genauen Geburtstages sind umstritten)
Geboren in: Surt, Libyen

Der Revolutionsführer Oberst Mu'ammar Abu Minyar al-Qaddhafi wurde 1942 als Sohn einer Bauernfamilie in Libyen geboren. Sie waren Beduinen und zogen nach der traditionellen nomadischen Lebensweise durch das Land.

Oberst al-Gaddafi bildet den Mittelpunkt vieler Kontroversen. Seine Anhänger vergleichen ihn mit dem Propheten Mohammed und vertreten die Ansicht, dass er ein Bote und Denker in der nordafrikanischen Tradition des Heiligen oder „Marabuts“ sei.

Allerdings betrachtet die westliche Welt diesen Standpunkt mit größter Skepsis und führt an, dass al-Gaddafi eine Gefahr für den Weltfrieden darstellt, da er den Terrorismus unterstützt.

Der Oberst führt die Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahiriyya (Dschamahiriyya = „Herrschaft der Massen“ ) an. In der Theorie ist dieses politische System als eine Art Direktdemokratie zu verstehen – das Volk regiert das Land und wird dabei durch Abgeordnete vertreten. In der Praxis handelt es sich jedoch um eine Militärdiktatur mit al-Gaddafi an ihrer Spitze.

Seit 1969 ist al-Gaddafi der Staatschef Libyens, und dass, obwohl er niemals offiziell in diesem Amt bestätigt wurde.

Mit der Veröffentlichung seines „Grünen Buches“ versuchte er, die Dialektik zwischen Marxismus und Kapitalismus darzulegen. Er schildert in diesem Werk ebenfalls seine „Dritte Universaltheorie“, die besagt, dass es abgesehen von Kommunismus und Kapitalismus noch eine dritte Möglichkeit gibt, gesellschaftliche Harmonie zu erlangen. Sein Konzept beruht angeblich auf Demokratie, Gleichheit und ein Leben im Einklang mit der Natur.

Allerdings ist Oberst al-Gaddafi berüchtigt für seine Unterstützung von Terrororganisationen einschließlich der „Irish Republican Army“ (IRA) in Irland sowie der „Euskadi Ta Askatasuna“ (ETA) im Baskenland. Simbabwes Staatsoberhaupt Robert Mugabe, den man als Diktator entlarvte, profitierte ebenfalls von dessen moralischer wie finanzieller Zuwendung. Al-Gaddafi beherbergte viele Jahre lang die beiden Terroristen, die für den Lockerbie-Anschlag (Pan-American-Flug 103) verantwortlich waren. Nachdem Libyen anfänglich jedwede Art von Schuldzuweisungen abstritt, wurden die beiden Täter 1999 ausgeliefert. Im Jahr 2002 übernahm Libyen die volle Verantwortung für den Anschlag und zahlte den Hinterbliebenen der Opfer eine Entschädigung.

Oberst al-Gaddafi sichert seine Position angeblich dadurch, dass er seine politischen Gegner unterdrückt, Menschen grundlos und ohne Prozess inhaftiert und Folter anwendet. Der Westen vertritt außerdem die Meinung, dass er verantwortlich für Sklavenhandel sei.

Im Februar 2011 kam es zu landesweiten Aufständen in Lybien und gegen Ende des Monats verlor Gaddafi die Kontrolle über weite Teile des libyschen Ostens an Rebellen. Im März begannen nach einer UN-Resolution die Vereinigten Staaten, Kanada und mehrere westeuropäische Staaten mit Luftangriffen auf Libyen mit dem Ziel, eine Flugverbotszone durchzusetzen. Seit dem 27. Juni 2011 wird Gaddafi als mutmaßlicher Kriegsverbrecher und wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit weltweitem Haftbefehl gesucht.

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